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LVZ: Hop oder Top

GSVE II kann morgen in die Regionalliga aufsteigen / KSV und SV jeweils als das Zünglein an der Wage

Delitzsch/Krostitz. Dieser letzte Spieltag in der Sachsenliga ist wahrlich ein Bonbon. Wenn nicht sogar ein Ü-Ei – mit viel Spannung und Spaß, nur die Schokolade fehlt. Wobei Spaß kann, muss aber nicht. Der Fokus rückt dabei morgen an die Pole der Liga.

Am Plus (also oben) steht der GSVE Delitzsch mit seinen Nachwuchsrecken, die unter den Schwingen von Coach Sebastian Reichstein, der sich selbst noch Einsatzzeiten gönnt, flügge werden. Morgen hat seine Garde die Chance den Aufstieg in die Regionalliga klar zu machen, auch ohne auf den ersten Platz zu hüpfen. Dort regiert der USV der TU Dresden. Glück im Unglück an dieser Konstellation: Die erste Riege der Uni spielt schon in der Regionalliga. So kann Team zwei nicht nachrücken, ist auf immer und ewig verdammt in der Landesliga zu schmoren.

Platz zwei reicht also zum direkten Aufstieg. Dabei hat der GSVE einen Matchball, um sich am SV Kreuzschule vorbeizuschieben. Verwandelt werden kann der morgen, ab 14 Uhr, in der Becker-Schachtel. Schneeberg (5.) und Chemnitz-Harthau (6.) kommen an den Lober. Wollen die Delitzscher direkt die Karriereleiter hochkrabbeln, müssen fünf Punkte her. Also zwei Siege, ein fixer und einer mit viel Herzschmerz. Damit danach um so ausgelassener gejubelt werden kann.

„Auf die ganzen Rechenspielchen will ich mich nicht einlassen“, macht der Leuchtturm vom Lober, Sebastian Reichstein, klar. „Ich will nicht auf andere Teams schauen.“ Diese markigen Grundsätze durften sich Lukas Bayer & Co. anhören. Den absoluten Ehrgeiz möchte der 36-Jährige aus seinen Jungs kitzeln.

Hop oder Top! Fokus Minus-Pol. Das wird wohl auch Krostitzs Tausendsassa André Quasdorf seinen Jungs eingetrichtert haben. Denn den Herren aus dem Dorf, in dem die Braukunst besonders gepflegt wird, droht der Abstieg. Den Knockout könnte ausgerechnet ein schnödes Pichelmännchen besorgen. Denn die Krostitzer müssen ebenfalls morgen (14 Uhr) in Dresden ran. Beim Post SV, wo auch GSVE-Konkurrent um Platz zwei Kreuzschule ran muss. Die Traumkonstellation wäre, wenn der KSV dort ratzfatz 3:0 gewinnt und danach Post SV zum Sieg pfeift. Dann hätten die Delitzscher quasi zwei Matchbälle. „Unsere Leistungskurve der letzten Wochen zeigte nach oben. Wir fahren selbstbewusst an die Elbe“, verschwendete Quasdorf keinen Gedanken an jedwede Rechenspiele.

Fast am Fokus vorbeigeflutscht: Der SV Bad Düben. Mit 30 Punkten lauern die Heide-Flummies auf Platz vier und könnten plötzlich doch in den Lift nach oben springen. Vorausgesetzt der Motor von Mickten wird zerlegt. Darauf würde auch Krostitz einen ausgeben. Die Herren wissen Bescheid: Gerstensaft mit Schweden-Schaumkrone ist nicht. Das schöne Wort H(avan)A wird von Jens Andrä kredenzt. Geprostet werden würde, wenn die Kreuzschule beim Post SV verliert. Bekanntlich hat da der KSV die Pfeife im Mund. Schräger geht es nicht.

(LVZ, 31.03.2017)