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LVZ: Umbruch und andere Baustellen

Krostitzer Volleyballer sortieren sich personell und freuen sich auf die neue Halle

Krostitz. Auch wenn die Spieler längst vornehmlich durch den Sand krabbeln, die Planungen für die kommende Saison der Volleyball-Sachsenliga laufen auch beim Krostitzer SV auf Hochtouren. Doch bis auf die eingereichte Lizenz gibt es nur wenig gute Neuigkeiten. Die Mannschaft steht vor einem personellen Umbruch, gleich fünf Spieler gehen oder wollen deutlich kürzer treten. Dem steht bisher erst ein Neuzugang gegenüber. Die Zeit wird langsam knapp.

Mit Toni Walther muss der KSV einen Leistungsträger aus beruflichen Gründen ziehen lassen. Auch der langfristige Ausfall von Martin Schubert wegen einer hartnäckigen Schulterverletzung schmerzt beide Seiten heftig. Derweil zieht sich Uwe Wobith aufs Altenteil zurück. Andreas Güttner und Tino Richter haben ähnliches vor, wollen sich aber im Fall des Falles noch einmal in die Schlacht werfen. „Jetzt können die anderen zeigen, dass sie besser sind“, sagt Trainer André Quasdorf mit Blick auf den Rest des Kaders.

Der allerdings kommt momentan reichlich dünnbrüstig daher. Lediglich Zuspieler Moritz Klette (GSVE Delitzsch II) steht als Neuzugang fest. „Mit zwei, drei weiteren sind wird im Gespräch“, gibt der Coach den momentanen Wasserstand zu Protokoll und verzichtet wie üblich in dieser Phase der ungetrockneten Tinte auf Details. Nach LVZ-Informationen sind darunter vornehmlich Spieler der zweiten Garde des GSVE Delitzsch. Nach deren Aufstieg in die Regionalliga dürfte nicht jeder den Sprung in die vierthöchste deutsche Spielklasse schaffen, in Krostitz winken dagegen sichere Einsatzzeiten in der Sachsenliga.

Schuftet momentan an verschiedenen Baustellen: KSV-Trainer André Quasdorf bastelt am Kader für die neue Saison.

Schuftet momentan an verschiedenen Baustellen: KSV-Trainer André Quasdorf bastelt am Kader für die neue Saison. Foto: Alexander Prautzsch

Dass die Jungs aus dem Bierdorf überhaupt weiter im Oberhaus des Freistaats spielen dürfen, haben sie zuvorderst einer blendenden zweiten Saisonhälfte zu verdanken, in der sie vier ihrer insgesamt sechs Siege und weitere wichtige Punkte in Tiebreaks einsammelten. „Es war sehr eng, trotzdem haben das die Jungs gut gemacht. Nervenstark sind wird auf jeden Fall“, blickt Quasdorf verbal zurück. Nachdem der KSV 2016 sogar in die Abstiegsrelegation musste, reichte in diesem Jahr ein Sieg am letzten Spieltag in Dresden nebst Bad Dübener Schützenhilfe zum Klassenerhalt.

Am Ende stand sogar Platz sechs unter zehn Mannschaften zu Buche, bei allerdings hauchdünnen Abständen zwischen den Teams der unteren Tabellenhälfte. „Wenn wir mit 22 Punkten abgestiegen wären, ist dass so, als ob du in der Fußball-Bundesliga mit 45 Punkten absteigst“, zieht Quasdorf einen Quervergleich für Volleyball-Laien und ergänzt: „Die Sachsenliga ist unheimlich stark. Da kannst du an keinem Spieltag die Beine hochlegen, musst immer Vollgas spielen.“ Zumal die Krostitzer neben der Konkurrenz auf dem Parkett noch einem zweiten Gegner die Stirn bieten – der Halle.

Trainieren können die „Brecken“ (kurz für Bierdorf-Recken) zwar im heimischen Mini-Tempel, für Punktspiele
müssen sie aber in die Delitzscher Mehrzweckhalle ausweichen, weswegen Quasdorf gern von „18 Auswärtsspielen pro Saison“ spricht. Daran wird sich auch im kommenden Jahr nichts ändern. Doch Hoffnung naht. Inzwischen sind Bagger angerückt, buddeln an der neuen Halle in Krostitz. Die soll möglichst schon ab der Spielzeit 2018/19 zur neuen Heimat der Volleyballer werden.

Auf hochkarätigen Sport müssen die Krostitzer dennoch nicht verzichten. Das Dorf hat sich zu einer wahren Beach-
volleyball-Hochburg mit diversen Turnieren gemausert. Auch die Sachsenliga-Herren sprudeln vor Sand-Eifer. „Es gibt keine gesündere Sportart. Beachvolleyball ist gut für die Gelenke, Muskulatur und Fitness“, preist Quasdorf die Vorzüge. Nicht zuletzt deshalb bittet er seine Schützlinge traditionell erst wenige Wochen vor Saisonbeginn in die Halle. Momentan hätte er ja ohnehin nicht sonderlich viele Spieler zur Verfügung.

(Johannes David, LVZ, 11.07.2017)